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Die verteilt natürlich kaum einer mit so viel Stil und suaver Eleganz wie der Mann, der der Welt Gung Fu vorgestellt hat. Nachdem ich mir zum Festival einige für mich neue Frühwerke der Legende reingezogen hatte, gab es zum Abschluß auch noch eine Auswahl der Klassiker. Und da kam echtes Retro-Feeling auf, zumal die Prints, die zum Festival organisiert wurden, definitiv wie 70er Kopien rüberkamen. Für “The Way of the Dragon” 《猛龍過江》, “Enter the Dragon” 《龍爭虎鬥》 und “Game of Death” 《死亡遊戲》 hatte ich Zeit und da alle drei natürlich zum Kanon zählen, werde ich hier nur kurz meine Eindrücke schildern.

“Way” ist der einzige Film, bei dem Bruce Lee selbst geschrieben, choreographiert und Regie geführt hat, und es war nach all den Jahren der Lee-Abstinenz (bei mir ist Bruce schon etwas her) der beste seiner Filme.
“Enter” kam bei dieser Sichtung – alle drei Filme hab ich zum ersten Mal auf der großen Leinwand gesehen – übel trashig rüber. Das Flair der 70er, das hier an allen Ecken und Enden heraustritt, die aufgesetzte Coolness, all das bringt den Film nicht wirklich vorwärts. Streckenweise war es lediglich ein Warten auf die Nunchakus. Auch Lees Charakter als mystischer Kampfmönch, der für den Kolonialherrn den abstinenten 007 gibt, funktioniert nicht richtig. Irgendwie nimmt der Film vor allem die Verramschung der Kampfkünste im Hollywood der folgenden Jahrzehnte vorweg. “Game” war eine noch deutlich gruseligere Erfahrung; ich konnte mich wirklich nicht daran erinnern, wie wenig Bruce im Film tatsächlich zu sehen ist. Viel zu wenig Stockwerke auf dem Weg zum bösen Mafia-Chef, ständig werden völlig anders beleuchtete Lee-Szenen früherer Filme eingesplict – kurzum eine unangenehme Erfahrung.
“Way of the Dragon” dagegen, wie erwähnt, war der Knaller, den ich Erinnerung hatte. Hier kommt Bruce ganz und gar, d.h. mitsamt seiner faschistoiden Tendenzen, hervor. Scheiß auf die römischen Ruinen aus grauer Vorzeit, hier müssen Hochhäuser hin, hier muss abkassiert werden; Chefchen hat vielleicht ein paar mittelalterliche Wandteppiche im Zimmer, aber die Zeiten, in denen das noch was bedeutet hat, sind vorbei; und wenn er seine Multikulti-Bande von schwarz-weißen Halbstarken losschickt, macht der Mann aus Sha Tin schnell klar, wer hier die Untermenschen sind. Schwule Überläufer kommen da genauso unter die Räder wie Verräter im Pensionsalter. Das Sex-Appeal für die Einnahme Italiens hat der katzenhaft geschmeidige China-Adonis hier definitiv, wenn die freundliche Piazza-Begegnung barbusig zum Schäferstündchen lädt. Ja, ideologisch kam bei diesem Film echt Stimmung bei mir auf.

Dabei belasse ich es jetzt erst einmal, verweise aber noch auf ein Buch, das kürzlich erschienen ist und mit durchaus ordentlichen Ansätzen Bruce Lee theorisiert. Einen Eindruck gibt’s hier (warum der Spaß bei amazon.de jedoch 73 Eusen kosten soll? … so viel ist es jedenfalls nicht wirklich wert).

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