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Ultrarealistisch präsentiert Regisseur Brillante Mendoza dem Zuschauer die philippinische Gesellschaft in “Kinatay” (hier: 《男孩看見血地獄》). 24 Stunden im Leben des jungen Peping (Coco Martin) vergehen hier fast wie in Echtzeit.

Das Portrait beginnt mit – für den Ausländer – idyllisch anmutender Armut. Hier, wo sich noch so vieles auf der Straße abspielt, ist der Protagonist zuhause, lebt mit Kleinkind und Freundin, die er noch an diesem Tag heiraten wird. Später weiter zur Polizeischule, immer wieder unterwegs auf den verstopften Straßen, wo ein suizidgefährdeter Junge zum Zentrum eines Medienauflaufs wird. Dann der Bruch, die Nacht bricht herein, und damit der perverse Unterboden dieser ‘christlichen’ Gemeinschaft – die inoffizielle Polizeischule. Und mit dem Anbruch des nächsten Tages fügen sich Familienidyll, Medienrummel, Gesetzeshüter und eine zerstückelte Madonna zu einer gespenstischen Momentaufnahme zusammen.

“Kinatay” ist trotz normaler 100 Min. Laufzeit langatmig. Mendoza verläßt sich auf die Wirkung seines Plots, um den langen Phasen lautloser Angst im Protagonisten, die er mit Beobachtungen von am Autofenster vorbeiziehenden Landschaften verbringt, die notwendige Spannung zu geben, was nicht wirklich durchgehend gelingt. Trotzdem ist der Film atmosphärisch dicht, schreckt nicht vor der Grauzone, die jeden Raum für Moral und Prinzipien erstickt, zurück und bringt mit seiner brutal einfachen Metapher der Madonna eine Kausalität ins Spiel ohne in simplen Fingerzeig abzuflachen. Alles in allem eine ziemlich runde Sache. Einen Ausschnitt gibt’s hier.

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